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Themenreihe Geldpolitik

Dotcom-Blase, Finanzkrise, Euro-Krise, Corona-Krise. Es waren die ersten Wirtschaftskrisen Europas und der Welt in diesem Jahrtausend, die eine härter, die andere etwas schwächer ausgeprägt. Jede Krise bringt allerdings eines mit sich: Menschen verlieren Teile ihrer Lebensgrundlage: Jobs, Häuser, Aktien und Spareinlagen, die ihr Überleben sichern. Dass unser Wirtschaftssystem spätestens seit 2008 erhebliche Probleme aufweist, ist unbestritten und hat zu zahlreichen Reformvorschlägen geführt. Auch wenn die Natur des Problems sowie die adäquaten Lösungen sehr umstritten sind, besteht zumindest im Grundsatz weitestgehende Einigkeit über die akutesten Defizite: der Dreiklang aus stagnierender Produktivität, steigender Ungleichheit und wachsender Instabilität der Finanzsysteme. 

 

Doch wie reagiert man am besten auf derartige Probleme der Wirtschaft? Wie schafft man es, Krisen abzumildern oder gar zu verhindern?

 

Hierüber gibt es seit jeher rege Debatten. Mitten in der aktuellsten Krise, der Corona-Krise, fiel diesbezüglich das Urteil des Bundesverfassungsgericht vom 05.05.2020: Das Gericht hat das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) für möglicherweise verfassungswidrig erklärt und damit dessen rechtliche Grundlage in Frage gestellt. Die Entscheidung könnte als eine Art Kehrtwende der heutigen Geldpolitik gesehen werden. Schon seit längerem diskutieren führende Ökonom*innen in aller Welt die Folgen und Hintergründe einer solch lockeren Geldpolitik.

In dieser Themenreihe möchten wir über die Hintergründe und Probleme der Geldpolitik sowie der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen diskutieren. Der Begriff Geldpolitik ist dabei weit zu verstehen, so dass diese Themenreihe auch fiskalpolitische und regulatorische Fragestellungen umfasst. Ziel ist eine kritische Analyse der Geldpolitik der EZB sowie deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft. Dazu haben wir auf der Grundlage zweier Reader, die unterschiedliche Lesarten der Geldpolitik der EZB präsentieren, interne Diskussionsrunden zur Analyse der Geldpolitik gehabt und planen jetzt weiterführende Diskussionen mit externen Expert*innen.

Veröffentlichungen:

Drucken, bis die Inflation kommt: Die geldpolitische Lage in Europa aus Sicht der österreichischen Schule der Nationalökonomie, von Daniel Gruber und Patrick Lemke

In Defense of Quantitative Easing, von Philipp Beckmann