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Diskussion

Themenreihe Gesundheitspolitik

Deutschland gilt als Vorreiter in puncto Gesundheitswesen. Grund hierfür ist maßgeblich die flächendeckende Versorgungsgarantie, welche durch die gesetzliche Versicherungspflicht nebst staatlichen Versicherungsunternehmen gewährleistet werden soll. Gleichzeitig sind gravierende qualitative Mängel, insbesondere in der klinischen Betreuung, ebenso die Regel wie ein chronischer Personalmangel in der Pflege und in ländlichen Regionen. Zusätzlich nehmen die Deutschen überdurchschnittlich häufig medizinische Leistungsangebote in Anspruch. Unter Berücksichtigung des fortwährenden gesellschaftlichen Alterungsprozesses wird deutlich, dass derartige Umstände nicht nur ein ernstzunehmendes akutes Problem darstellen, sondern auch eine wachsende Gefahr für unsere künftige „public health“.

Die USA hingegen kämpfen mit enormen Preishürden, die es vor allem Nicht-Versicherten regelmäßig unmöglich machen, sich medizinische Abhilfe zu verschaffen, ohne in ernsthafte finanzielle Nöte zu geraten: Zu hohe Gesundheitskosten waren in den vergangenen Jahren der häufigste Grund für Privatinsolvenzen. Dabei existieren schon seit Jahrzehnten staatliche Versicherungsangebote für Senior*innen und Personen unterhalb der Armutsgrenze. Was unterscheidet also den deutschen vom amerikanischen Ansatz- und wo liegen die Gemeinsamkeiten? Was verursacht die feststellbaren Mängel, und wie sind sie am ehesten zu beheben?

Hierfür hat das Epis-Mitglied Fabio Stark einen Einführungstext verfasst, welcher den Interessierten einen Einstieg in dieses komplexe und vielschichtige Themenfeld durch einen Vergleich des deutschen mit dem US-amerikanischen System erleichtern sollte. Es wurde am 06. Mai 2020 im Rahmen eines Epis-Meetings vorgestellt und erstmalig diskutiert. Am 24. September 2020 folgte eine Expertendiskussion zwischen den Gesundheitsökonomen Günter Neubauer (Institut für Gesundheitsökonomik München) und Hartmut Reiners (ehem. Referatsleiter im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg) zur Vertiefung der begonnenen Analyse, jedoch begrenzt auf Deutschland. Die abschließende Epis-Tagung zum ersten Policy-Entwurf einer Strukturreform steht bis dato noch aus.

Veröffentlichungen:

Reader, Das deutsche und das US-Gesundheitssystem im Vergleich. Eine andere Perspektive, von Fabio Stark

Policy Paper, Zur Genesung des Gesundheitssystems: Ein Reformkonzept, von Paul Dießelberg und Fabio Stark