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Themenreihe internationale Steuerreform

Lange Zeit war unbestritten, dass das internationale Steuersystem inadäquat für die globalisierten ökonomischen Strukturen des 21. Jahrhunderts war, jedoch schien eine Reform des derzeitigen, teilweise noch auf Prinzipien aus den 1920er-Jahren beruhenden Systems, relativ aussichtslos. Die Musterabkommen der OECD wurden zwar immer wieder angepasst, auf die neuartige Art der Einkünfteerzielung der ersten großen (Internet-)Konzerne wurde jedoch aus Sicht vieler Beteiligten keine adäquate Lösung gefunden. Die Versuche der OECD, durch den BEPS-Aktionsplan eine Lösung zu finden, standen lange Zeit auf der Kippe. Mit dem Amtsantritt von Joe Biden zeichneten sich neue Ambitionen der USA im Hinblick auf eine zeitnahe und ambitionierte Reform ab. Auf der Konferenz der G7-Finanzminister in London, Anfang Juni dieses Jahres, wurden dann über wesentliche Punkte im Kreis der G7 eine Einigung erzielt. Kern der Einigung ist ein Mindeststeuersatz von 15% sowie das Recht aller partizipierenden Staaten, Gewinne großer multinationaler und besonders profitabler Unternehmen teilweise dort zu besteuern, wo diese anfallen.

In dieser Themenreihe geht es uns darum, das vorhandene internationale Steuerrecht und die sich zurzeit abzeichnenden Reformwünsche kritisch zu analysieren und Handlungsempfehlungen für die Bundesrepublik Deutschland und die EU zu entwickeln. Inwieweit gelingt es, durch die Reform eine ökonomisch sinnvolle und politische nachhaltige Veränderung zu bewirken?  Was bleibt an Reformbedarf? Um diese Fragen zu beantworten, werden wir das vorhandene internationale Steuerrecht, sowie die angestrebte Reform aus juristischer, ökonomischer und politischer Perspektiven mit entsprechenden Experten beleuchten.